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Отзыв прессы · 2024

Восемь любящих женщин ищут убийцу. 2024

Восемь любящих женщин ищут убийцу – Театр Synthese

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О спектакле

8 любящих женщин

Год
2024
Источник
Марина Охримовская, forall.swiss, 24 апреля 2024
Оригинал
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Русская статья о повторном показе «8 любящих женщин».

(Übersetzung aus dem Russischen — Originalsprache des Artikels)

Zunächst glaubten sie, der Mörder sei aus dem Herrenhaus geflohen. Bald deuteten neue Erkenntnisse darauf hin, dass sich der Täter irgendwo im Haus verbergen könnte. Und dann erkannten die acht liebenden Frauen: «Die Mörderin ist eine von uns!»

«Schweiz für alle» berichtet, was die Inszenierung «8 liebende Frauen» von Anjelika Oberholzer-Smirnova nach Robert Thomas’ Stück «8 Frauen» auszeichnet. Das Schweizer Internationale Theater und Theaterstudio Synthese zeigte das Meisterwerk der französischen Dramatik am 16. und 17. April in Zürich auf Russisch mit deutschen Übertiteln.

Vor zwanzig Jahren begann Regisseurin Anjelika Oberholzer-Smirnova, das Internationale Theater und Studio Synthese als kreatives Labor aufzubauen. Seither entstanden 56 unterschiedliche Produktionen auf Deutsch und Russisch, für Erwachsene und Kinder. 2018 feierte «8 liebende Frauen» als russischsprachige Inszenierung Premiere. In diesem Frühling füllte die schwarze Komödie erneut die Zürcher Säle.

Robert Thomas schrieb «8 Frauen» 1958. Eine Legende erzählt, französische Schauspielerinnen hätten sich Ende der 1950er-Jahre über den Mangel an Frauenrollen beklagt. Daraufhin erfand der Dramatiker eigens eine reine Frauengeschichte und verwandelte das französische «Cherchez la femme» in «Sucht den Mörder». Männer sind dennoch in die Handlung verwickelt – etwa Marcel, Hausherr und Fabrikbesitzer. Alle sprechen von ihm, alles dreht sich um ihn. Doch wird das Publikum ihn auch zu Gesicht bekommen?

Das Bühnenbild dagegen ist sofort sichtbar. Ein Weihnachtsbaum und ein Plattenspieler im Hintergrund, schwarz bezogene Möbel mit weisser Einfassung sowie halb gefüllte, kunstvolle Gefässe an der Rampe umreissen die Lebenswelt der französischen Bourgeoisie. Sorgfältig ausgewählte Musikfragmente und das Licht würden vielleicht ebenso gern aus dem Gehorsam ausbrechen wie die menschlichen Gefühle – doch der Geist des Theaters lässt es nicht zu.

Dior-Silhouetten, Frisuren, Accessoires und Make-up senden dem Publikum einen Vintage-Gruss aus dem vergangenen Jahrhundert. Das türkisfarbene, sanduhrförmige Satinkleid der Hausherrin, das schottische Muster der aus England in die Ferien heimgekehrten Studentin und das Bleistiftkleid der Pariser Lebedame greifen Farben und Linien aus François Ozons Film «8 Frauen» von 2001 auf. Für die übrigen Figuren wurde Schwarz-Weiss gewählt.

Die Bühnenhandlung spielt am Tag vor Weihnachten zwischen elf Uhr morgens und sieben Uhr abends. In diesen acht Stunden spinnen Marcels Frau und Schwester, seine beiden Töchter, die Schwester seiner Frau, seine Schwiegermutter, die Dienerin und das Hausmädchen ihre Intrigen. Sie sieben Geheimes und Offenkundiges und erzählen in zwei realen Stunden mit Pause – freiwillig oder unfreiwillig – vieles. In Worten und Taten enthüllen sie ihr wahres Wesen.

Man könnte meinen, sie lebten schon lange zusammen und müssten einander gut verstehen. Ist das überhaupt möglich? Für die Kunst ist gegenseitiges Verstehen eines der zentralen Themen. Fjodor Tjutschew schrieb vor zwei Jahrhunderten im Russischen Reich: «Wie soll das Herz sich offenbaren? / Wie kann ein anderer dich verstehen? / Begreift er, wovon du lebst? / Ein ausgesprochener Gedanke ist eine Lüge. / Wühlst du die Quellen auf, trübst du sie – / nähre dich von ihnen und schweige.»

Hat sich für die Menschen seither viel verändert? Als Gefangener von Vorstellungen und Irrtümern möchte der denkende – oder auch weniger denkende – Mensch den Lauf eines nachlässigen Schicksals ändern. Doch wo findet man die Schlüssel zu jener verschlossenen Tür, hinter der die Antworten liegen? Und vor allem: Wie unterscheidet man Wahrheit von Lüge? Wo soll man suchen – im eigenen Haus oder ausserhalb seiner Grenzen, im Inneren des Menschen oder in der Aussenwelt? Wohin soll man gehen, und mit wem?

Ob lange oder kurz: Wir leben nach Sitte und Gewohnheit – bis zum nächsten Unglück.

Henkerinnen und Opfer in einer Person retten und vernichten die acht liebenden Frauen in der Synthese-Inszenierung einander zugleich. Als Gefangene von Gewohnheit und Moral: Würden sie sich ein anderes Schicksal wünschen?

An einer moralischen Wegkreuzung werden Gaby (Maria Rentsch) und Pierrette (Alla Kiefer) abwechselnd zu Rivalinnen und Verbündeten, zu strengen Richterinnen über Ehemann und Bruder. Die beiden Frauen fühlen sich zueinander hingezogen, obwohl sie es sogar vor sich selbst verbergen. Fast gleichaltrig, egoistisch, hochmütig und ehrgeizig, jedoch mit unterschiedlicher Vergangenheit, scheinen sie bereit, in der Zukunft ihre Rollen zu tauschen. Doch wird das Stück es zulassen?

Die verwirrte Schwiegermutter (Marina Ochrimovskaya) meint, viel zu wissen und jeden zu durchschauen. Alter und Lebensumstände bieten ihr nur wenige Eindrücke; vielleicht quält sie deshalb am liebsten ihre Angehörigen. Alle im Haus bekommen es zu spüren. Ihre krankhaft geliebte jüngere Tochter Augustine (Aleksandra Tumanova), beinahe erstickt von der mütterlichen Liebe, leidet paradoxerweise an einem Mangel an Liebe.

Catherine (Polina Podolko) wird bald achtzehn. Sie ist die Jüngste der acht und liebt Kriminalgeschichten. Als Angehörige der rebellischen Generation der 1960er-Jahre ist sie bereits bereit, die Welt zu retten – doch noch darf sie nichts! In einer verletzlichen Welt ist es schwer, jung zu sein, besonders wenn es so viel Ungerechtigkeit gibt. Suzon (Tatiana Bogolepova) verliess das liebe alte Haus, um in einem anderen Land zu studieren. Aber hat das Haus sie wirklich losgelassen? Die Fehler einer Mutter werden nicht selten zu Schnittmustern für ihre Tochter.

Die Dienerin Chanel (Oksana Borisova) hat sich in fünfzehn Jahren an alles gewöhnt, besitzt zu allem eine Meinung, kennt ihren Platz und bewahrt fremde Geheimnisse sicherer als eine Schweizer Bank. Doch ihre Zeit wird kommen, und sie wird ihre Karten aufdecken. Das Hausmädchen Louise (Liudmyla Turbovets) ist dagegen erst seit zwei Monaten im Haus. Diese kurze Zeit reicht jedoch aus, um herauszufinden, was diese durchaus charmante Sexbombe hier sucht – oder bereits gefunden hat.

Das Haus besitzt viele Zimmer mit Kissen, Matratzen, Kaffeekannen, Kerzen, Büchern und alltäglichen Kleinigkeiten. Selbst die Bediensteten haben genügend persönlichen Raum. Nicht nur Lebens- und Denkweisen, sondern auch Wohnzimmer, Küche, Garten, Treppen, Korridore und andere Gemeinschaftsbereiche verbinden die Menschen. Zudem liegt das Herrenhaus weit entfernt von anderen Gebäuden. Natürlich versetzt der plötzliche Tod des Hausherrn die Frauen in Angst.

Angst ist ein schlechter Ratgeber, setzt aber Kräfte frei. Durch einen Schneesturm hinter einem hohen Zaun eingeschlossen, beginnen die Heldinnen selbst zu ermitteln. Dabei geraten sie in jeder Kurve ins Schleudern und sogar in Fallen, die sie für andere aufgestellt haben. Die Figuren und ihre Motive treten von Szene zu Szene in scharfen Kontrasten hervor; die Leidenschaften steigern sich rasch bis zum Fieber.

Dem Menschen sind Gefühle gegeben: Freude und Trauer, Zuneigung und Abscheu, Ruhe und Zorn, Sicherheit und Gefahr. Gut hat es vielleicht, wer seine Nöte beim Namen kennt, versteht, welche Gefühle ihn aus welchem Grund überwältigen, und sich weder manipulieren noch seine Wunden durch Schuldgefühle aufreissen lässt. Denn man kann schuldig sein, ohne seine Schuld zu erkennen. Oder unschuldig wie eine weisse Lilie und dennoch von anderen angeklagt werden.

Welche Gefühle lenken diese Pinkertons in Röcken? Mitgefühl, Sorge um einen nahen Menschen, Neid, Leichtsinn, Begierde, kalte Berechnung? Vielleicht Liebe? Der Autor gab den Ermittlerinnen präzise Repliken und ein feuriges Temperament. Ihre feindseligen Beziehungen könnten jederzeit in eine Schiesserei umschlagen. Ausserdem lügen sie. Warum? Um äusseren Anstand, Illusionen und familiäre Trugbilder zu bewahren. Wie entkommt man dem Käfig der eigenen Lügen?

Die Masken fallen, und es zeigt sich, dass «die grössten Geheimnisse in dem liegen, was wir sehen, nicht in dem, was unseren Augen verborgen bleibt», wie Oscar Wilde vor anderthalb Jahrhunderten bemerkte. Aus einer Tragikomödie über das Leben französischer Bürger wird ein psychologischer Kriminalfall, der die Rätsel menschlichen Verhaltens aufdeckt. Keine grotesken Schaufensterpuppen, sondern lebendige Frauen erzählen ihre Geschichten. Wurde vielleicht ihr leidenschaftlicher Wunsch, das Schicksal zu verändern, zum Zünder der Familientragödie?

Die Vorstellung ist zu Ende – es lebe das Theater!

Am 23., 24. und 25. Mai lädt das Theater Synthese nach Uster ein. Im Saal Central an der Brauereistrasse 2 wird die absurde Komödie «Den Drachen lieb… töten!» nach Jewgeni Schwarz’ «Der Drache» auf Russisch gezeigt. Am ersten Sommertag ist die neue Inszenierung in Genf zu sehen.

Am 8. Juni gastiert Synthese mit «8 liebende Frauen» in Frankfurt.

Am 25. Juni folgt in Lausanne der Psychothriller «Stadt der grausamen Nacht» nach dem zeitgenössischen amerikanischen Dramatiker Don Nigro.

Im ersten Herbstmonat kehrt «Den Drachen lieb… töten!» nach Zürich zurück.

Alle Inszenierungen stammen von Regisseurin Anjelika Oberholzer-Smirnova.

О новом показе «8 любящих женщин» Робера Тома в 2024 году — восемь героинь под одной крышей на Рождество расследуют смерть главы семьи, постепенно понимая, что убийца — одна из них. Костюмы отсылают к экранизации Франсуа Озона.