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Отзыв прессы · 2025

Как любить дракона?

Как любить дракона? – Театр Synthese

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На фото: Дракон (справа) со своей на всё ради него готовой командой: главный продюсер, ведущая шоу и Генрих.

О спектакле

Лю…убить дракона!

Год
2025
Автор
Вита Малыгина
Источник
Facebook, 9 марта 2025
Оригинал
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(Übersetzung aus dem Russischen — Originalsprache des Artikels)

Ich komme einfach nicht dazu, meine Eindrücke zu teilen — aber heute scheint mir genau der richtige Tag dafür zu sein.

Vor einer Woche bin ich nach Zürich gefahren, zur Aufführung «Den Drachen lieb…töten!» des Theaters «Synthese». Ich habe sie am 27. Februar gesehen — an dem Tag, an dem in der Welt der nächste Krieg begann, an dem die Köpfe des ewig lebenden Ungeheuers erneut nachgewachsen sind. Entstanden ist die Inszenierung 2024, mitten in einem anderen entsetzlichen, ungerechten und niederträchtigen Krieg.

Regie und Bühnenfassung des genialen Stücks «Der Drache» von Jewgeni Schwarz: Anjelika Smirnova-Oberholzer.

Das internationale Schauspieltheater «Synthese» entstand 2003 in Zürich aus einem einzigen Grund: Anjelika wollte, dass es in Zürich ein solches Theater gibt. Einen anderen Grund gab es nicht. Ein Theater braucht jedoch Schauspieler, und so eröffnete Anjelika eine Theaterschule — ein Theaterlabor, nicht nur für Russischsprachige, sondern auch für deutschsprachige Schweizerinnen und Schweizer. Theater und Labor haben inzwischen über 60 Inszenierungen vorzuweisen. Das ist ein grosses Theaterschicksal.

Die Spielenden des «Drachen» haben keine Schauspielhochschule besucht, sie sind Labormitglieder — und es fällt mir schwer, dieses Wort hier zu verwenden: Sie beherrschen die Theaterkunst nicht schlechter, vielleicht sogar besser als viele Profis.

Ich denke, die Geschichte dieses Theaters wäre einen eigenen Text wert, vielleicht sogar einen Film. Wie kommt es, dass erwachsene Menschen mit Familien, mit ganz unterschiedlichen Lebensaufgaben und Sorgen, bereit sind, ihre Kraft und ihre Zeit für Unterricht, Proben und Aufführungen herzugeben? Wie geschieht dieses Wunder, dass sich alle um einen Menschen scharen, um einen Text, um Musik, um den Wunsch, unbedingt zu klingen? Woher kommt in Menschen überhaupt dieser Wunsch: Ich will Theater spielen? Und woher die Kraft, sich beharrlich in diese Kunst zu investieren, die so flüchtig und zart ist wie der Staub auf Schmetterlingsflügeln — und zugleich so ewig wie das Leben?

Möge jemand diesen Film drehen, wirklich.

Aber ich wollte über die Aufführung schreiben.

Als die Regisseurin sich vor vier Jahren an die Neudeutung des Stücks machte, suchte sie eigene Antworten: Wie geraten wir, die Menschen des 21. Jahrhunderts, in die Klauen des Drachen? Wie sieht er heute aus? Wie findet er immer wieder einen Weg, das schlummernde, doch nie erlöschende Gen der Grausamkeit und den Virus der Gleichgültigkeit in uns zu wecken? Die Antwort der Inszenierung lautet: Heute wie zu allen Zeiten nutzt der Drache unsere Schwächen — und natürlich die neuesten Technologien. Fernsehen und künstliche Intelligenz, Gier, Angst und Konformismus.

Die gesamte Handlung spielt in zwei Fernsehstudios: Von dort werden die Ansprachen des Drachen und seiner Chefproduzentin übertragen, und hier begegnen wir auch den Bewohnern der Stadt, in der der Drache herrscht. Sie erscheinen auf Videowänden, preisen ihren Herrscher auf immer neue Weise und versichern ihm Treue, Loyalität und Verehrung.

Die Videokameras sind ein starkes Element der Aufführung, Teil ihrer tragenden Konstruktion.

Die farbigen, malerischen Videos mit dem Drachen, der Stadtlandschaft und der Schlacht hat Jean-Chris Oberholzer mit modernster Technik erdacht und umgesetzt.

Die Videos mit den «treuen Stadtbewohnern» wurden von der Regisseurin gedreht und montiert; es spielen russischsprachige Einwohner und Emigranten aus verschiedenen Ländern Europas sowie Schauspieler Petersburger Theater. Viele Figuren und Szenen entstanden unmittelbar während der Dreharbeiten, erfunden und ausgespielt von den Beteiligten selbst.

Diese Videos sind lebendiges Schaffen der Strasse, gewöhnlicher Menschen, das in den Theaterraum eindringt und die Wirkung von Gegenwart und Echtheit des Bühnengeschehens verstärkt.

Und zugleich arbeitet dieses Mittel auf paradoxe Weise an der Hermetik einer Welt unter der Herrschaft des Drachen: Um Menschen zu lenken, muss man sie weder sehen noch kennen. Es genügen mitreissende, emotionale Videos, die anschliessend — falls sie doch zu wenig mitreissend und emotional geraten — von den getreuen Mitarbeitern korrigiert und ergänzt werden. Und von Zeit zu Zeit sollte man den Untertanen die Hinrichtung derer vorführen, denen ein wenig Wahrheit erlaubt war. Wir zeigen die Hinrichtung live — doch wie alles andere wird es eine gut vorbereitete, inszenierte Show sein, in der es keinen Tropfen Wahrheit und keinen Fetzen Wirklichkeit gibt ausser dem Tod. Der Tod der anderen aber erschreckt uns nicht, wenn er für unser Wohlergehen und Überleben nötig ist.

Der fahrende Ritter Lancelot, zugleich ein unabhängiger Journalist, erscheint in der Stadt und rettet, wie es sich für fahrende Ritter gehört, ein schönes Mädchen vor dem Tod und befreit die Stadt vom Drachen. Ihm hilft die Weltseele, die sich vorerst als künstliche Intelligenz ausgibt.

Der Kampf Lancelots mit dem Drachen findet in einer Parallelwelt statt, und während der Ritter nach seinem Sieg den Weg zurück sucht, wechselt in der Stadt die Macht. Sie landet in den Händen der treuen Gefolgsfrau des Drachen, der Chefproduzentin. Die unbestreitbare komische und satirische Begabung der Schauspielerin Anna Magard, die diese Rolle spielt, verwandelt das Schreckliche in etwas zum Fürchten Komisches. «Unsere liebe Chefproduzentin» flüchtet sich in den Wahnsinn — sie leidet an sämtlichen seelischen und körperlichen Krankheiten; das ist ihre Art, auch unter der Herrschaft des furchtbaren Drachen am Leben zu bleiben. Um jeden Preis zu überleben ist ihre wichtigste Fähigkeit, und darin ist sie unübertroffen: Auch Lancelot versucht sie mit Macht und Straflosigkeit zu verführen.

Und was ist mit Lancelot?

Lancelot ist in dieser Aufführung ein Kind seiner — unserer — Zeit. Sogar unseres Augenblicks, in dem nicht nur die Kugel im Verlauf des Blutvergiessens klüger geworden ist, sondern in dem es für jeden von uns immer schwerer wird zu verstehen, was tatsächlich geschieht — und nicht bloss auf den Seiten endloser sozialer Netzwerke.

Lancelot besiegt den Drachen. Doch was tun, wenn der Drache in jedem von uns wieder aufersteht, sobald jemand Gerissenes und Gieriges auf unseren wundesten Punkt drückt? Was tun, wenn es immer schwerer wird, die Wirklichkeit von jener zu unterscheiden, die Schurken aller Art erschaffen?

Kann die Welt den Drachen loswerden? Kann der Mensch den Drachen in sich loswerden? Ist diese Befreiung überhaupt nötig — oder ist sie Teil unseres «menschlichen Codes»?

Eine Antwort gibt es nicht, genauer: Es gibt keine einzige verlässliche Antwort darauf, wie man sich selbst und bei Verstand bleibt, im Einklang mit der eigenen Seele und dem eigenen Geist, in einer Welt, in der die Wirklichkeit uns direkt in den Händen zerbröselt und zerbricht.

Die Regisseurin, dem Geist der Gegenwart treu und das Leben des Theaters erforschend, lässt das Ende offen und lädt das Publikum zur Fortsetzung ein, ohne Angst, dabei hilflos zu wirken: Wir wissen nur zu gut, wie hoch der Preis jedes Mal ausfällt, wenn jemand kommt, der weiss, wie es sein muss, der auf alle Fragen eine Antwort hat.

Aber irgendjemand muss das Elixier des heilsamen Zweifels bewahren — und das Theater ist dafür ein durchaus passender Ort.

Все никак не соберусь поделиться впечатлениями, а вот сегодня, кажется, как раз подходящий денёк)

Я неделю назад сгоняла в Цюрих, на спектакль театра «Synthese» «Лю…убить Дракона». Смотрела его 27 февраля, в день, когда в мире началась очередная война, когда головы вечно/живого чудовища отросли заново. А спектакль появился в 2024, в разгар другой ужасающей, несправедливой и подлой войны.

Режиссер спектакля и автор инсценировки гениальной пьесы Евгения Шварца «Дракон» — Анжелика Смирнова-Оберхольцер.

Интернациональный драматический театр «Synthese» появился в Цюрихе в 2003 году по одной единственной причине: Анжелика хотела, чтобы в Цюрихе был такой театр. Никакой другой причины для этого не было. Но театру нужны актеры, и Анжелика открыла театральную школу-студию, не только для русскоговорящих, но и для швейцарцев, говорящих на немецком. У театра-студии на счету 60 с лишним постановок. Это большая театральная судьба.

Актёры «Дракона» не заканчивали театрального института, они — студийцы, и мне немного странно использовать здесь это слово: актеры владеют театральным искусством не хуже, а, может, даже лучше многих профессионалов.

Думаю, история этого театра могла бы стать предметом отдельного текста, или даже фильма: как получается, что взрослые, семейные, с разными жизненными задачами и проблемами люди, готовы тратить свои силы и время на обучение, на репетиции, на спектакли? Как происходит это чудо объединения всех вокруг одного человека, вокруг текста, вокруг музыки и вокруг желания во что бы то ни стало прозвучать? Как вообще в людях открывается это желание: хочу играть в театре? Как и откуда берутся силы на то, чтобы упорно вкладываться в это эфемерное, увлекательное, нежное, как пыльца на крыльях бабочки, но и вечное, как жизнь, искусство?

Пусть кто-нибудь поставит этот фильм, ну правда.

Но я хотела про спектакль.

Берясь за переосмысление пьесы 4 года назад, режиссёр искала свои ответы на вопросы: как мы, люди 21-го века, попадаем в лапы к Дракону? Какой он сейчас? Как он снова и снова находит способ разбудить в нас дремлющий, но никогда не оставляющий ген жестокости и вирус равнодушия? Ответ в спектакле такой: сейчас, как и во все времена, Дракон использует наши слабости и… конечно, новейшие технологии. Телевидение и искусственный интеллект, жадность, страх и конформизм.

Все действие пьесы разворачивается в двух телестудиях: оттуда ведутся трансляции обращений Дракона и его главного продюсера, здесь же мы встречаемся с жителями города, где правит Дракон: они появляются на видео-экранах, на разные лады восхваляют своего правителя и заверяют в своей преданности, лояльности и обожании.

Видео-камеры — сильный элемент спектакля, часть несущей конструкции.

Красочные и живописные видео с Драконом, городским ландшафтом и битвой придумал и создал с помощью новейших технологий Жан-Крис Оберхольцер.

Видео с «преданными горожанами» сняты и смонтированы режиссёром, в ролях — русскоязычные жители и эмигранты разных стран Европы, актеры питерских театров. Многие характеры и мизансцены были придуманы и обыграны прямо во время съемки участниками.

Эти видео — живое творчество улицы, обычных людей, проникающее в пространство театра и усиливающее эффект присутствия в реальном времени, подлинность происходящего на сцене.

И вместе с тем парадоксальным образом прием работает на создание герметичности мира под властью Дракона: чтобы управлять людьми, нет нужды их видеть, знать, достаточно зажигательных и эмоциональных видео, которые потом, если вдруг они будут недостаточно зажигательными и эмоциональными, исправят и дополнят верные тебе сотрудники. А еще время от времени хорошо бы демонстрировать подданным казнь тех, кому разрешалось говорить немного правды. Мы покажем подданным казнь в прямом эфире, но, как и все остальное, это будет хорошо подготовленное и срежиссированное шоу, где не будет ни капли правды и ни клочка реальности, кроме смерти. Но смерти других нас не пугают, если это необходимо для нашего благополучия и выживания.

Странствующий рыцарь Ланселот, он же независимый журналист, появляется в городе и, как и положено странствующим рыцарям, спасает от смерти прекрасную девушку и избавляет город от Дракона. Помогает ему Мировая Душа, до поры до времени притворяющаяся искусственным интеллектом.

Битва Ланселота с Драконом происходит в параллельной реальности, и пока рыцарь, одержав победу, ищет дорогу назад, в городе меняется власть. Она оказывается в руках верной приспешницы Дракона, главного продюсера. Безусловный комический и сатирический дар актрисы Анны Магард, исполнительницы этой роли, превращает страшное в смешное до ужаса. «Наша дорогая главный продюсер» прячется в безумие — она больна всеми психическими и физическими болезнями, это её способ оставаться живой и под властью страшного Дракона. Выживать любой ценой — ее главное умение, и в этом искусстве ей нет равных: она и Ланселота пытается соблазнить властью и безнаказанностью.

А что же Ланселот?

Ланселот в спектакле «Любить Дракона» — сын своего — нашего — времени. Даже нашего момента, когда не только пуля стала умней в ходе кровопролитий, но когда каждому из нас все сложнее и сложнее понимать, что же происходит на самом деле, а не на страницах бесконечных социальных сетей.

Ланселот побеждает Дракона, но как быть, если Дракон оживает в каждом из нас каждый раз, когда кто-то хитрый и жадный давит нам на самое больное? Как быть, если все труднее отличать реальность от той, что создают негодяи разных мастей?

Способен ли мир избавиться от Дракона? Способен ли человек избавиться от Дракона в себе? Необходимо ли это избавление или это часть нашего «человеческого кода»?

Ответа нет, вернее, нет одного надежного ответа, как оставаться собой и оставаться в своем уме, в ладу со своей душой и своим духом в мире, где реальность крошится и ломается прямо у нас в руках.

Режиссер, верная духу настоящего, исследующая жизнь театра, оставляет финал открытым, приглашая зрителей к продолжению, не боясь выглядеть в этом беспомощной: нам ли не знать, как велика оказывается цена каждый раз, когда приходит тот, кто знает, как надо, кто имеет ответы на все вопросы.

Но кто-то должен хранить эликсир благотворного сомнения, и театр для этого вполне подходящее место.