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Интервью с режиссёром Анжеликой Оберхольцер-Смирновой.
(Text auf Deutsch — es liegt keine russische Fassung vor / Текст на немецком, русской версии нет)
In Uster startet nächste Woche das professionelle Theater Synthese mit der Eigenproduktion «Am Ende bleibt nur der Anfang». Regie führt Anjelika Smirnova-Oberholzer.
«Am Ende bleibt nur der Anfang» ist die erste Eigenproduktion des professionellen Theaters Synthese in Uster. Am 11. Dezember findet im Qbus die offizielle Eröffnung und Premiere statt. In dem Einmannstück von und mit Bruno Kocher können die Zuschauer den steten Sinkflug von einem erleben, der überall ganz oben war. Die Regie führt Anjelika Smirnova Oberholzer, Gründerin und Leiterin des Theaterstudios Synthese in Uster. «Unser Ziel war und ist es, eigene Theaterproduktionen mit professionellen Schauspielern aus Uster und Umgebung zu organisieren — und zwar hier in Uster.»
Die letzte grosse Inszenierung von Smirnova Oberholzer war «Ein Inspektor kommt» von John B. Priestley am Atelier-Theater Uster. Dieses hatte nach nur einer Saison im November 2007 wieder aufgegeben. «Man sollte nicht so schnell aufgeben», sagt Anjelika Smirnova Oberholzer. Ein solches Projekt brauche mindestens drei Jahre, bis es bekannt sei. «Und in Uster dauert es noch etwas länger.»
Die Regisseurin verfolgt mit dem Start des professionellen Theaters Synthese ein klares künstlerisches Ziel. Neben hoher Qualität soll zwischen Schauspielern und Zuschauern eine neue Kommunikationsart im Theater stattfinden. «Die Leute brauchen energetisches Futter, Gefühlsfutter, es braucht immer eine Botschaft im Stück.» Sie hält nichts von Regisseuren, die mit modernen Inszenierungen für Sensation sorgen oder damit eigene psychische Probleme verarbeiten.
Für Smirnova Oberholzer entsteht eine neue Generation von Menschen, die täglich mit vielen Informationen überschwemmt wird, die aber gleichzeitig sehr viel spürt. «Wir müssen Gefühlkommunikation betreiben, nicht nur textkommunikative Informationen austauschen», sagt sie. «Meine Produktionen gehen von diesen Fragen aus: Wann fangen wir an, uns zu belügen? Wann verlieren wir unsere inneren Werte? Wie fühlt sich der Mensch, der nicht sein eigenes Leben lebt?»
Anjelika Smirnova Oberholzer ist sich bewusst: «Wir Schauspieler manipulieren den Zuschauer im Saal, wir führen ihn. Wir sagen ihm, wann er weinen, wann er lachen muss.» Aber immer geht es ihr um den Weg ins Innere, angestossen durch Themen, mit denen man sich jeden Tag auseinandersetzt. «Das Theater muss näher zum Publikum kommen.»
Die Produktion «Am Ende bleibt nur der Anfang» wird dreimal gespielt. «Die Stadt Uster hat uns eine Defizitgarantie zugesichert, das freut uns», sagt die Regisseurin. «Die Kulturschaffenden ersticken in Uster, sie dürfen den Mut nicht verlieren», sagt Anjelika Smirnova Oberholzer. Und sie spricht das Ustermer Volk direkt und unmissverständlich an: «Wir sind da — kommen Sie!»